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PUBLIKATION
« Sola lectura »
Aktuelle Herausforderungen des Lesens aus protestantischer Sicht

«Der Buchdruck und die Hochblüte der Reformation fielen zusammen. Und die Reformatoren verstanden es, das neue Medium zu nutzen.» Daran erinnerte Peter Schmid bei der Vorstellung der Publikation
Sola lectura? Aktuelle Herausforderungen des Lesens aus protestantischer Sicht am 11. November 2016 auf dem Basler Marktplatz. Die gut 30-seitige Studie ist das erste Produkt des im November 2014 als Expertengremium neu konzipierten Instituts für Theologie und Ethik (ITE) des Kirchenbundes. Als Präsident des ITE blieb Schmid bei der historischen Reminiszenz nicht stehen. Denn es geht um die aktuelle Situation eines neuen Medienwandels mit der zunehmenden Dominanz der elektronischen Medien. Was bedeutet dieser Wandel für die Lesekultur? Für die Persönlichkeitsbildung in Auseinandersetzung mit « grossen Texten » wie der Bibel? Und was bedeutet er für die Demokratie? Denn Demokratie und Lesen stehen in einem Wechselverhältnis, führte Peter Schmid aus. «Demokratie stützt sich auf mündige, lesekompetente Bürgerinnen und Bürger; und sie sorgt ihrerseits für Lesegerechtigkeit, für die Befähigung aller, lesend mitzuentscheiden.» Die Studie des ITE vertritt eine optimistische Grundhaltung: die Lesepraktiken ändern sich, aber das Lesen bleibt lebendig, auch in einer Zeit virtueller Bildwelten. Das Christentum ist nicht eigentlich eine « Buchreligion », sondern eine Lesereligion, die mit variablen Medien umgehen kann. Lesen eröffnet Zugänge zu ganz unterschiedlichen Realitäten: zur Natur, ihren Geheimnissen und zu den mathematischen Sätzen der Naturwissenschaft; zu sich selbst: Lesend können wir uns vorstellen, auch ganz anders zu sein und ganz anderes zu tun.

Die Studie lebt vom Dialog der unterschiedlichen Fachkompetenzen der 14 Mitglieder des ITE, die sie erarbeitet haben. Dieser transdisziplinäre Zugang ist etwas Besonderes. Rückmeldungen heben auch ein reformiertes Profil hervor, das sich nicht auf Gedenkkultur beschränkt. Immer noch und immer neu können wir uns und die Welt anders verstehen, wenn wir uns mit « grossen Texten » wie der Bibel auseinandersetzen. Und gemeinschaftliches Lesen, eine Praxis der Reformation, ist wichtiger denn je.