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REFORMATION
Rendez-vous Bundesplatz
RESET

«Reset» hiess es vor 500 Jahren, als die Reformation ganz Europa und auch die Schweiz erfasste. Die Reformatoren wollten das bestehende System «zurücksetzen»

Bühne frei!
Herzlich willkommen zum 7. Rendez-vous auf dem Bundesplatz!

Dieses Jahr wird die Fassade des Bundeshauses, auf das dieser rechteckige Platz mit den Platten aus dem Valser Gneis voll und ganz ausgerichtet ist, sechs Wochen lang im Zeichen der Reformation und ihres fünfhundertjährigen Jubiläums stehen.

Reset: So lautet der Titel der diesjährigen Inszenierung, die eindrucksvoller nicht sein könnte. Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit für den Beginn der Neuzeit auf der Fassade des Bundeshauses. Für eine Story, die an Spannung nichts zu wünschen übrig lässt. Im Mittelpunkt die drei Topmanager der Reformation: Luther, Zwingli, Calvin.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen, wenn das Grossereignis der Weltgeschichte die parlamentarischen Mauern überstrahlt.

Starlight Events
Brigitte Roux
Produzentin und Veranstalterin Rendez-vous Bundesplatz

Liebe Besucherinnen und Besucher

«Reset» hiess es vor 500 Jahren, als die Reformation ganz Europa und auch die Schweiz erfasste. Die Reformatoren wollten das bestehende System «zurücksetzen», weil es ihrer Meinung nach nicht mehr funktionierte und die Menschen in ihrer Freiheit beschränkte. Mit der Reformation rückten der Freiheitsgedanke und damit die Persönlichkeit des Menschen ins Zentrum. Innovative Ideen setzten sich fortan schneller durch und beschleunigten die Entwicklung der modernen Gesellschaft und des Staatswesens, wie wir es heute kennen. Im Rahmen des Rendez-vous Bundesplatz wird die Reformationsgeschichte in diesem Sinn und Geist beleuchtet, wobei auch deren Schatten nicht ausgeblendet werden. Das Licht, das die Dunkelheit durchbricht und auf die geschichtsträchtige Fassade auftrifft, steht für die erstrittene Freiheit, die heute Teil der Schweizer DNA und allen Bürgerinnen und Bürgern eigen ist – diese Freiheit gilt es zu wahren, zu achten und zu schützen.

Gottfried Locher
Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes

RESET: das Spektakel 2017

Wir sind im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Die Welt ist im Umbruch, es ist der Beginn einer neuen Zeit. Es geht um neue Medien, neue Welten, neues Denken. Gutenberg hat den Buchdruck erfunden, Amerika ist entdeckt worden, die Humanisten prägen ein neues Menschenbild.

Die Pest rollt über das Land wie eine mörderische Welle, und wo sie hinkommt, tötet sie schnell und erbarmungslos. Täglich, stündlich, sofort. Die Angst vor dem jähen Tod muss unvorstellbar gross gewesen sein. Der Zorn Gottes, die Furcht vor dem Jüngsten Gericht und den Höllenqualen, wacker angeheizt von Priestern und Hasspredigern, können nur durch Stiftungen, Spenden, Wallfahrten und Ablassbriefe bekämpft werden. Das Business blüht.

Und dann greift Martin Luther vor genau fünfhundert Jahren zum Hammer und nagelt am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Historisch ist das Annageln nicht gesichert, aber es gilt als die legendäre Initialzündung der Reformation. Sicher ist, dass Luther seine Thesen an jenem Tag an zwei Bischöfe und später an weitere Würdenträger schickte. Von nun an gings Schlag auf Schlag.

Was den Deutschen ihr Luther, ist den Schweizern ihr Zwingli. Auch dieser Huldrych Zwingli, 35-jährig, Leutpriester am Grossmünster in Zürich, wird von der Pest erfasst. Er übersteht die Krankheit, während rund ein Viertel von Zürichs siebentausend Einwohnern sterben. Die Zürcher Initialzündung der Reformation ist ein öffentliches Wurstessen im Haus des Druckers Christoph Froschauer, der auch Zwinglis Bibelübersetzung verlegt. Der Zeitpunkt ist Provokation pur: mitten in der Fastenzeit. Darauf veröffentlicht Zwingli seine erste reformatorische Schrift. Die Folge ist die erste wuchtige Auseinandersetzung mit dem Konstanzer Bischof: die erste Disputation.

Die Reformation haut zum ersten Mal einen Stadt-Land-Graben in die Eidgenossenschaft: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen wechseln zum neuen Glauben, die Zentralschweizer Orte halten zum alten. Es kommt zum Krieg. Der Erste Kappelerkrieg endet friedlich mit der legendären Kappeler Milchsuppe, der Zweite wird blutig und kostet Zwingli das Leben.

Auch nicht gerade friedlich geht es in Genf zu und her, wo Jean Calvin mit harter Hand seine Reformation durchsetzt. Und weltweit die grösste Wirkung aller Reformatoren erzielt. Er macht die Rhonestadt zum «Rom des Protestantismus».